
Kirchenchor und Projektchor Jubilate begannen gemeinsam mit dem adventlichen „O Heiland reiß die Himmel auf“ in einem Satz von Landeskantor Johannes Michel mit bemerkenswert deutlicher Aussprache. Den Weg zum Fest setzte der Jubilatechor klanglich rein fort mit dem besinnlichen „Maria durch ein Dornwald ging“, anschließend trat ein erstes Leuchten des weihnachtlichen Lichts in „Wir sind voller Freude“ hervor. Diese Freude setzte sich im Choralvorspiel des früheren Heidelberger Landeskantors Erich Hübner „Macht hoch die Tür“ mit anschließendem Gemeindelied fort. Mit zwei Eberbacher Weihnachtsliedern in Sätzen von Landeskantor Johannes Michel sangen die Chöre auch lokale Kompositionen mit klarer Interpretation.

In seiner romantischen Komposition „Weihnachten“ vertonte Max Gulbins vor rund 100 Jahren das Gedicht von Eichendorf „Markt und Straßen“. Nachdem der Jubilatechor den ersten Vers gestaltete, sang er die Über-Melodie „Stille Nacht“, während den zweiten Vers die Solistin übernimmt. Jubilatechor und Sopranistin Christina Schnoklake gestalteten dieses Werk eindrucksvoll im einfühlsamen Miteinander, so dass das weihnachtliches Gefühl des Friedens deutlich zu spüren war.
Pfarrerin Franziska Gnändinger erläuterte den Werdegang des gerade 200 Jahre alten Weihnachtsliedes, das in einer trostlosen schwierigen Zeit der nachnapoleonischen Wirren im Jahre 1818 im Salzburgischen Oberndorf entstand und nach einem Umweg über Tirol und Leipzig nach Berlin kam. Dort fand es beim Preußischen König wohl wegen seiner schönen einfühlsamen Melodie und dem hoffnungsvollen Text Gefallen und startete den Weg um die Welt zum welt-berühmtesten Weihnachtslied. Pfarrerin Gnändinger betonte besonders die ursprünglich vierte Strophe, welche die Weihnachtsbotschaft intensiv unterstreicht:
Stille Nacht! Heil’ge Nacht!/ Die der Welt Heil gebracht, / Aus des Himmels goldenen Höh’n, /Uns der Gnade Fülle läßt seh’n / Jesum in Menschengestalt!/ Jesum in Menschengestalt!
Diese Gedanken wurden in der Orgelkomposition „Berceuse von Robert Jones, einem Wiegenlied über „Stille Nacht“ unterstrichen.

Bei den Kompositionen zum Ende der Weihnachtsmusik wirkten alle Akteure gemeinsam im Chorraum: „Stimmet Hosianna an“ und „Fröhlich soll mein Herze springen“ gestalteten der Evangelische Kirchenchor, der Projektchor Jubilate, das Kammermusikensemble QuaTrio mit Christina Schnoklake (Sopran), Tabea Zöllner (Violine), Uli Baier (Violine), und Klaus Bretzer (Orgel) sowie Karin Bretzer (Flöte) derart überzeugend, dass die Zuhörer eine Zugabe forderten.
Pfarrerin Gnändinger dankte allen Mitwirkenden, insbesondere Kantorin Gabi Bretzer für die Gesamtleitung. Mit diesem Gemeinschaftswerk hat die langjährige Kantorin Gabi Bretzer erneut bewiesen, dass es in dem kleinen Wiesenbach möglich ist, mit überwiegend eigenen Kräften ergreifende Kirchenmusik zu gestalten. Dafür dankten ihr die Zuhörer mit lang anhaltendem Beifall.
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Hier einige klangliche Eindrücke von der Wiesenbacher Weihnachtsmusik 2018:
